
Klein-Hotel, Restaurant, Tiefgarage für 220 Autos und eine Tiefgarage für 34 Bootsliegeplätze… Ist das die Definition eines Naturschutzgebietes? Und wo bleibt bei diesem sensiblen Projekt die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger?
Damit ein Projekt dieser Größenordnung Chancen auf Umsetzung hat, muss die betroffene Bevölkerungen und auch die Politik der Nachbargemeinden früh eingebunden und informiert werden. Das war hier nicht der Fall. Die Höchster Bevölkerung erfuhr von den Plänen aus der Presse. Auch die Höchster Gemeindegremien befassen sich erstmalig am Aschermittwoch mit der Frage der geplanten Umwidmung von „FS Hafen“ auf „FS Marina“. Dabei liegen noch keine Informationen zum Projekt vor. Die Gemeinde Höchst ist lediglich aufgefordert, eine Stellungnahme zur geplanten Umwidmung abzugeben. Die Befürchtung liegt nahe, dass mit der geplanten Umwidmung erreicht werden soll, dass auf dem Salzmann-Hafen-Gebiet bedeutend mehr wirtschaftliche Möglichkeiten geschaffen werden sollen. Diese werden während der Bauzeit und auch im anschließenden Betrieb auch bedeutend mehr Verkehrsbelastung für Höchst bringen.
Die parteifreie Liste „Höchste Zeit“ fordert daher ein Moratorium: bevor weiter geplant und entschieden wird, muss die Bevölkerung informiert und eingebunden werden.
Raum- und Verkehrsplanung ist gefragt
Regionale Raumplanung ist gefordert. Das Projekt liegt auf Fussacher Gemeindegebiet, Fussach hat den vollen Nutzen. Höchst als Nachbargemeinde hat die gesamte Verkehrsbelastung zu tragen weil die einzige Zufahrtsstraße zum Rohrspitz durch Höchster Gemeindegebiet führt. Daher müsste die Gemeinde Höchst und die Höchster Bevölkerung früh und umfassend über das geplante Vorhaben informiert werden.
Wir tragen Verantwortung für die Höchster Bevölkerung, die schon jetzt sehr stark unter massiver Verkehrsbelastung im Dorf leidet.
Naturschutzgebiet erhalten – keine „Urbanisierung“ vom Rohrspitz
Dazu kommt, dass das geplante Vorhaben im Naturschutzgebiet umgesetzt werden soll. Unser Naturschutzgebiet ist ein Juwel, das für unsere Nachkommen unbedingt erhalten bleiben muss. Viel zu viel haben wir davon schon preisgegeben. Jetzt aber haben wir die Chance, uns zu besinnen und eine zukunftsträchtige Verkehrslösung zu erarbeiten. Das ganze Gebiet soll möglichst verkehrsfrei werden. Eine Tiefgarage im Naturschutzgebiet ist ein Fremdkörper – wir wollen keine „Urbanisierung“ des Rohrspitzes! Eine Möglichkeit ist z.B. mit einem Bruchteil des Geldes was für die Tiefgarage geplant ist (ca. 4 Mio. Euro) kann am Ortsrand ein bewirtschafteter Parkplatz gebaut und ein Shuttleservice zum Rohrspitz eingerichtet werden. Bürgermeisterkandidat Ferdinand Lerbscher dazu: „Wir wollen ein möglichst autofreies Naturschutzgebiet! Es ist Zeit, für ein umfassendes Verkehrskonzept!“